Langzeitfutterplatz beim Karpfenangeln

Anfüttern beim Karpfenangeln über einen langen Zeitraum ist oftmals ein sicherer Weg um mehr und kontinuierlich zu fangen, selbst wenn das Wetter gerade mal Beißflauten vorhersagt. In diesem Artikel gebe ich euch anhand von 5 Punkten einen Überblick, wie ich meine Futterplätze aufbaue und auf was es ankommt!

Großer Karpfen von Simon Steinkraus

Location

Location ist alles! Ja so ist es auch beim Langzeitfutterplatz. Hier ist es jedoch nicht zwangsläufig von Nöten die Fische zu finden, eher ist es wichtig den richtigen Spod zu finden! Was genau muss unser Langzeitfutterplatzspod können?
➔ 1. Er muss für Karpfen attraktiv sein
➔ 2. Er muss für andere Angler unattraktiv sein.
Das ist auch schon alles. Einfach gesagt, schwer gefunden. Wir brauchen einen Angelplatz der im besten Fall von anderen Anglern komplett gemieden wird und an dem dennoch die Fische regelmäßig vorbei schwimmen. Denn wir werden die Fische mit unserer Futterstrategie an den Platz binden. Dafür ist es wichtig, dass wenig auf dem Platz geangelt wird und wenn dann auch wir ernten und nicht andere.

Karpfenangeln am Kanal

§1 Viel Füttern, wenig Angeln!

Ja richtig gelesen. Das ist der Grundsatz für den Erfolg, wer gierig wird, macht den Platz kaputt. Ich angele in der Regel die ersten 2 Wochen gar nicht auf dem Futterplatz und dann maximal 1x pro Woche. Die restliche Zeit dürfen sich die Fische in Ruhe Vertrauen anfressen.

§2 Kontrolle ist alles!

Mindestens einmal die Woche, am besten bei jeder Fütterung. Ziel ist es, die Futtermenge zu perfektionieren. Wir wollen genug Futter auf dem Platz liegen haben, sodass jeder Karpfen einen Happen abbekommt. Wir wollen aber auch nicht so viel Futter einbringen, dass das es liegen bleibt. Klingt logisch, ist aber schwer umzusetzen. Die Fische fressen immer unterschiedlich (Wechselnde Wetterbedingungen, Anzahl an Fischen die den Platz ansteuern, etc.) und deswegen bleibt uns nur die stetige Kontrolle, um uns diesem Ideal möglichst anzunähren.
Zur warmen Jahreszeit gehe ich hierfür gerne Schnorcheln, dabei lernt man auch seinen Angelplatz aus direkter Nähe kennen. Alternativ kann man auch eine Unterwasserkamera zum herablassen oder zum werfen Bspw. die Waterwolf nutzen. Der schlechteste Fall ist das ganze über die Anzahl der gefangenen Fische zu kontrollieren.

Tauchen beim Angeln bringt viele Vorteile

Wie baue ich den Futterplatz auf?

Hier gibt es 1000³ verschiedene Ansätze. Ich persönlich baue meine Futterplätze gerne Großflächig auf. Das hat den Vorteil, dass die Fische auf einer großen Fläche fressen. Ergo bekommen sie es nicht so schnell mit, wenn mal ein anderer gehakt wird. Es hat noch viele weitere Vorteile und Nachteile, ich glaube dazu schreibe ich mal einen separaten Artikel.
Interessanter dürfte für euch meine „Schablone“ sein, quasi ein kleiner Praxisleitfaden, an dem man sich entlang hangeln kann.

Simon Steinkraus mit Karpfen im Kescher

Die Schablone für das Anfüttern beim Karpfenangeln


Ich starte gerne in den ersten zwei Wochen mit attraktivem Futter. Hier füttere ich gerne Pellets, kleine Partikel, Groundbait, schnell arbeitende Boilies (Inferno Chicken, Legendary Seefood) und ganz wichtig die Boilies, die ich für den Futterplatz auserkoren habe. Ich mische hier gerne unsere Bloody Mussel Boilies mit einem kleineren Teil der Peanut Boilies. Diese beiden Sorten sind richtige Kraftpakete für Karpfen, dank des hohen Anteils von Proteinen und Fetten. Durch die unterschiedlichen Farben schaffe ich auf dem Futterplatz einen „Kontrast“. Keine Ahnung ob das wirklich was bringt, ist halt so ein Fetisch von mir.
Im weiteren Verlauf fahre ich die Attraktivität immer weiter runter. Also Füttere ich meistens nur noch eine Mischung aus Tigernüssen Mais und den o.g. Boilies. Bei starken Weißfischaufkommen lohnt es sich die Partikel auch mal ganz wegzulassen.

Peanut Boilies und Hellfire Pellets sind perfekt zum Anfüttern

Welcher Boilie ist der Richtige für einen Langzeitfutterplatz?

Ich entscheide mich für Bloody Mussel und unseren Peanut, weil sie dem Karpfen viel Nährwert bringen, ihnen Nachweislich gut schmecken und somit dauerhaft von ihnen gefressen werden. Des weiteren sind die beiden Sorten etwas günstiger, denn ihnen fehlen teure Zusatzstoffe, die die Attraktivität erhöhen sollen, was auf einem Langzeitfutterplatz einfach überflüssig ist. Nun fragt jeder natürlich wie viel soll ich denn in meinen See, Fluss, Kanal XY reinwerfen. Es tut mir leid, da muss ich euch enttäuschen. Auch hier gibt es nur die Standartantwort. Das ist Gewässer, Temperatur und Fischbestandsabhängig und somit nicht Allgemein zu beantworten. Aber wenn ihr fleißig kontrolliert, habt ihr die optimale Futtermenge blitzschnell raus. An dieser Stell wünsche ich euch Petri Heil! Denk an § 1 und §2 😉!

Anfüttern beim Karpfenangeln by: Simon Steinkraus

Simon Steinkraus mit Karpfen aus dem Fluss