Liquid zum Karpfenangeln – Fünf Tipps

CarpForce Liquid zum Karpfenangeln

Liquids zum Karpfenangeln

Dips, Sprays, Öle und Liquid zum Karpfenangeln – Die Möglichkeiten und die Auswahl an Produkten zur Nachbehandlung von Futter und Baits scheint grenzenlos zu sein. Ganz nach dem Motto „für jede Situation ein anderes Wässerchen“!?

Irgendwann ist das Regal voll! Die feinen Tuningmittel werden alt und ranzig und vor jeder Session wird ewig überlegt, was ins Gepäck kommt und was nicht. Ich denke viele kennen diese Situation und stehen oft vor denselben Problemen. Doch es geht auch anders.

Bei mir haben sich über die Jahre 3-4 Produkte etabliert. Diese setze ich einzeln oder kombiniert in unterschiedlichen Situationen und auf vielfältige Weisen ein. Es müssen also nicht dutzende „Wässerchen“ sein, sondern für mich zählt die Vielfältigkeit der Anwendungsmöglichkeiten eines Produktes.

CarpForce Liquid Difference

Als echter Allrounder hat sich der Liquid Difference aus dem Hause CarpForce erwiesen. Durch die Zusammenarbeit mit CarpForce habe ich die Möglichkeit genutzt, mich intensiver mit dem Produkt auseinander zu setzen. Ich konnte viel am Wasser testen.

Fünf unkomplizierte und effektive Anwendungsmöglichkeiten haben sich bei mir besonders etabliert – mega fängig sind sie noch dazu!

1. Liquid zum Karpfenangeln – als Soak in den Boilieeimer.

Liquid zum Boilies soaken!

Seiner Grundbestimmung entsprechend, ist ein Liquid besonders gut geeignet um Futter wie Boilies , Pellets und Partikel nachträglich zu behandeln. Liquid Difference erfüllt mit seiner mittleren Viskosität hierfür optimale Voraussetzungen. Um dem Liquid die Chance zu geben auch tiefer in die Futterboilies einziehen zu lassen, können 1-2 Tage Einwirkzeit nicht schaden, umso länger kann das Liquid später auch seine Lockwirkung entfalten. Ein Muss ist diese Vorbereitung jedoch nicht. Durch seine leicht dickflüssige Konsistenz ist auch ein Einsatz direkt beim Angeln gut möglich und sinnvoll, da eine gute und unmittelbare Bindung am Futter erzielt wird. Oft erzielen nur Liquids auf Zuckerbasis (Sirup) diese Eigenschaft, machen dann die Verwendung aber in der Regel zu einer sehr klebrigen Angelegenheit. Sebastian Manecke hat da einen guten Weg gefunden die klebrigen Finger und Baits zu umgehen.

Der Inferno-Liquid kommt im Übrigen etwas dünnflüssiger daher, zieht somit etwas schneller in unsere Baits ein.

#Mein Extratipp: Wer die dick-flüssigeren Ausführungen ebenfalls möglichst schnell und auch in tiefere Boilieschichten haben möchte, der gibt zu seinen Boilies zunächst einen Schuss heißes Wasser und anschließend die gewünschte Menge Liquid zum Karpfenangeln. Schnell alles gründlich mischen, fertig. Das heiße Wasser „öffnet“ die Boilies kurz und das verdünnte Liquid kann wie ein Schwamm aufgesogen werden.

2. Liquid zum Karpfenangeln – Extrakick im Winter.

Liquid zum Groundbait anmischen!

Im Winter setze ich eigentlich immer auf Grundfutter (Stippfutter) oder feine Spodmixe aus gechrushten Boilies und kleinen Pellets. Diese Mischungen werden von mir immer mit einer guten Portion Liquid angemischt. Beim Grundfutter setzte ich es mit 50% oder mehr im Wasseranteil an und vermische alles gründlich. Da die Liquids wie erwähnt nicht klebrig sind, gibt es da auch keine große Sauerei und das Futter lässt sich sauber verarbeiten. Kleine Pellets im Mix dürfen auch im Weichfutter nicht fehlen, diese saugen ebenfalls einen Teil der Flüssigkeit auf und geben diese später wieder ans Wasser ab.

#Extratipp: Ein Teil des Weichfutters mische ich mit einer extra Portion Paniermehl an und binde es so lange mit Liquid ab, bis ich einen zähen Teig zum Ummanteln meiner Bleie erhalte. Ein echt fängiger Oldschooltipp!

3. Dip it – auf die Hookbaits.

Ich bin ein großer Freund des Soakens meines Anfutters. Beim Angeln will ich schnell und viel fangen und ohne zusätzliches Pimpen meiner Baits wird man mich kaum am Wasser treffen. Oft bleiben mir nur wenige Stunden oder kurze Nächte zum Angeln. Da möchte ich schnell auf meine Plätze aufmerksam machen. Damit meine Hakenköder zwischen dem ganzen leckeren und attraktiven Futter nicht übersehen werden, möchte ich diese etwas mehr hervorheben.

Das Mittel hierzu bleibt das Gleiche, nur sind meine Hakenköder und ETS Hookbaits deutlich länger in einem Liquid gedippt bzw. gesoakt. Hierzu geben ich bereits über Wochen kleine Mengen von dem Liquid meiner Wahl in einen Infuza oder direkt in eine ETS Dose und lasse diesen unter gelegentlichem Schütteln einziehen. Nach und nach gebe ich immer kleine Mengen nach. Sobald die Flüssigkeit komplett aufgesogen wurde. Die Zeiten, in denen mit Gummihandschuhen die schwimmenden Hakenköder aus einem randvollen Dip gefischt wurden, sind lange vorbei.

#Mein Extratipp: Die Snow-White Popups im Milk&Cream Liquid gedippt ergeben einen sehr coolen gelblichen Popup im washed-out Look! Aber auch die ETS und normalen Milk&Cream Boilies bekommen einen gelblichen Fluoro-Farbstich. Unbedingt ausprobieren!

4. Die „Liquidbombe“ für maximale Aufmerksamkeit.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Eher aus Verzweiflung, um eine Wintersession noch zu retten, habe ich die „Liquidbombe“ ausprobiert und in der Vergangenheit dann regelmäßiger zum Einsatz gebracht.

Die Grundidee ist dabei das Füttern von purem Liquid per Futterrakete. Dieses findet zum Beispiel bei kaltem Wasser oder sehr trägen Fischen seine Rechtfertigung. Gerade im Winter muss der Anteil an fressbarem und damit sättigendem Futter möglichst geringgehalten werden, möchte man am Ende einen Biss für sich verbuchen. Eine große, attraktive Futterwolke, die sich langsam durch die Wasserschichten Richtung Gewässergrund bewegt, kann wahre Wunder bewirken. Gleiches gilt für Sonnen-müde Karpfen im Mittel- oder Oberwasser. Eine gezielte Liquidbombe kann die Fische im wahrsten Sinne des Wortes aufschrecken und aus ihrer Lethargie erwecken.

Die perfekten Raketen für dieses Unterfangen sind die X-Spods aus dem Hause Wolf. Diese transportieren Flüssigkeiten besser als jede andere Spod ins Zielgebiet und lassen sich zusätzlich auch noch sehr gut und ausreichend befüllen. Mein Favorit hierfür ist die kleinere „Competition“ Ausführung, denn lieber werfe ich 2-3 kleinere Liquidbomben als eine große.

Zugegeben, diese Methode ist schon etwas für spezielle Situationen und kann bei regelmäßigem Einsatz etwas kostspielig werden. Aber es kann das Ass im Ärmel sein und ich könnte es mir auch fürs Zig-Angeln als echte Waffe vorstellen. Einfach mal im Kopf behalten.

#Mein Tipp: Es muss natürlich nicht mit purem Liquid gefüttert werden. Richtig gut kommt eine trockene Mischung aus Haferflocken und Milchpulver. Die X-Spod wird bis etwa zur Hälfte mit dem trockenen Mix befüllt und anschließen mit Liquid Difference aufgefüllt. Schließen, einmal kräftig schüttel und raus damit. Die Mischung soll bewusst nicht durchweichen, sondern möglichst schnell über den Spot. Mega!!

5. Voll in die Nüsse.

Tigernüsse „natur“ sind schon so eine geniale Sache und kaum noch zu verbessern. Dennoch stellte ich mir schon oft die Frage, wie ich diese, gerade als Hakenköder noch optimieren konnte. Meist kam in der Vergangenheit dann ein kleines Fakemaiskorn als optischer Topper zum Einsatz oder ich verwendete geschälte Tigers als Hakenköder. Kurz spielte ich auch mit dem Gedanken auf die bunt eingelegten Versionen verschiedener Anbieter zurückzugreifen. Die Preise für so ein kleines Gläschen Tigernüsse schreckte mich jedoch immer ab.

Letzten Spätherbst brachte mich mein Freund Nick auf eine geniale Idee. Er ließ normale Tigernüsse in einem schwarzen Liquid zum Karpfenangeln mit etwas Wasser aufquellen um seine Hakenköder mit Attraktoren und der schwarzen Farbe zu pimpen. Das musste ich unbedingt mit dem Liquid Difference nachmachen.

Schnell eine halb volle Flasche Milk&Cream Liquid aus dem Regal genommen und ebenfalls bis etwa zur Hälfte mit trockenen, unvorbereiteten Tigernüssen aufgefüllt. Ich verwendete dabei direkt eine geschälte Version, um ein einfacheres Aufquellen zu erreichen. Anschließend füllte ich die Flasche mit warmem Wasser auf, verschloss alles und schüttelte einmal kräftig. Das Ergebnis nach einer Woche war der Hammer. Die Flasche war bis zum oberen Flaschenhals mit prallen Tigernüssen in einer unfassbar genialen, gelben Färbung gefüllt. Von der Konsistenz perfekt wie klassisch gekochte Tigernüsse- nur geiler!

Ich habe mir damals direkt mehrere Portionen auf diese Weise vorbereitet und habe heute immer noch eine dieser Flaschen vom Spätherbst im Regal stehen. Der Zustand ist top und ich konnte keine Anzeichen des Verderbens feststellen.

In den ersten 3-4 Wochen haben die Nüsse noch minimal weitere Flüssigkeit aufgenommen und so sollte darauf geachtet werden, dass alle Tigernüsse immer mit ausreichend Flüssigkeit bedeckt sind. Bei Bedarf einfach etwas Liquid auffüllen, damit kein Schimmel auf den Nüssen entstehen kann. Das Ganze benötigt natürlich etwas Vorbereitung und Geduld, das Ergebnis ist jedoch absolut genial.

#Tipp:

Für eine Session fülle ich mir immer eine kleine Portion ab oder nehme direkt eine ganze Flasche aus dem Regal. Für das enthaltene Liquid gibt es ja jede Menge andere Anwendungsmöglichkeiten.

Das sind nur meine 5 Möglichkeiten, wie ich ein einziges Produkt mega vielseitig zum Einsatz bringen kann und mir nicht ein ganzes Arsenal an Wässerchen und Tinkturen im Keller sammeln muss.

Einfach aber effektiv – und eindeutig erfolgreich!

Euer Manu

Manuel

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